Islandpferdedistanz

Distanzreiten vs. Wanderreiten


Vorweg sei erwähnt. Das Wanderreiten schließt das Distanzreiten nicht aus und das Distanzreiten schließt nicht das Wanderreiten aus.

Distanzreiten: Was genau dahinter steckt können Sie unter Was ist Distanzreiten lesen.
Als Wanderreiten bezeichnet man mehrtägige Wanderungen zu Pferd. Übernachtet wird unter freiem Himmel, bei Bauern, in Zelten oder auf Pferdehöfen, die Übernachtungsmöglichkeiten für Pferd und Reiter bieten. Das Gepäck wird entweder auf dem Reitpferd in Satteltaschen vor und hinter dem Sattel transportiert oder auf einem mitgeführten Packpferd. Genau genommen beinhaltet Wanderreiten das selbständige Bewältigen einer unbekannten Strecke mit einer Landkarte und einem festgelegten Ziel. Man hat alle Utensilien am Pferd und weiß auch nie, wo man die nächste Nacht verbringen wird. Dieses Auf-sich-selbst-gestellt-seins, von Reiter und Pferd, wird heute eigentlich nicht mehr unter dem Begriff des Wanderreitens verstanden.Das Wanderreiten setzt, im besten Falle, ein gut ausgebildetes und verkehrssicheres Pferd voraus. Die typischen Wanderritte gehen übers Wochenende oder sind Kurzurlaube von 7-10 Tage Dauer. Manche reiten auch 3 Wochen und länger. Meist wird in kleinen Gruppen (Freundeskreis) oder auch allein geritten. Die Mehrheit der Wanderreiter (das ist je nach individuellem Stil sehr verschieden) reiten etwa 6-7 Stunden täglich, zuzüglich Pausen. Die Hauptgangart ist zumeist Schritt. Da Wanderreiten eher eine Form von Erlebnisurlaub ist und kein Hochleistungssport, stehen die KM-Leistungen nicht im Mittelpunkt. Diese variieren daher sehr nach Kondition, Gelände und sportlicher Zielsetzung. Man kann jedoch sagen, dass die Tagesleistung eines eingespielten Teams, Reiter-Pferd, die eines trainierten Fußwanderers etwa um ein Drittel bis zur Hälfte übertrifft.
Sternritte: Beliebt sind auch Wanderreiter-Treffen, bei denen die Reiter einzeln oder in Gruppen von ihrem Wohnort aus losreiten und nach ein paar Tagen oder Wochen zu einem gemeinsamen Fest zusammenkommen, z.B. anlässlich großer Pferdemessen.
Wanderritte mit Trossbegleitung: Anders als in der Vergangenheit sind Pferdetransporter und - hänger heute den meisten Reitern zugänglich. Daher werden die Pferde häufig zu den Startpunkten des Wanderritts transportiert, oder es werden von einem festen Standort oder Ferienquatier Rundritte unternommen. Diese Variante ist besonders familien- und partnerfreundlich, erlaubt es doch die Mitnahme von mehr Ausrüstung und ist damit komfortorientierter und gibt mehr Sicherheit.
Weitreiten: Eine besondere Form des Wanderreitens ist das Weitreiten. Es Ist eine Expedition zu Pferde. Dieser relativ neue Begriff bezeichnet Wanderritte mit mehr als 1000 Meilen (1609 Kilometer). Von der Alpenüberquerung bis zur Umrundung des Mittelmeeres oder der mehrjährigen Familienreise, ist alles möglich. Eine internationale Vereinigung der Weitreiter ist "The Long Riders Guild" mit Sitz in den USA. Ein deutschsprachiges Internetportal wird von der "Weitreitergilde" betrieben.

  Distanzreiten WWI (Wettkampfmäßiges Wanderreiten) Wanderreiten
Streckenlänge 20 - 160 km pro Tag 30 - 60 km pro Tag unbegrenzt, selbstbestimmt
Streckenmarkierung Ja, ob und wie, steht immer in den Ausschreibungen Ja Nein
verlassen der Strecke Disqualifikation Disqualifikation Egal
Zeit Bestzeit Planzeit kein Zeitdruck
Zeitfenster: Höchst- und Mindestzeit Ja
eine Mindeszeit (die schnellste Zeit, die man für diese Strecke braucht), welche nicht überschritten werden darf, gibt es meist nur bei Einführungsritten um zu verhindern, dass erfahrene und sehr gut trainierte Pferde den Sieg "einheimsen". Die Höchstzeit (spätestens nach der sollte man das Ziel erreicht haben) errechnet sich meist daraus: die Streckenlänge in Tempo 8-9 geritten. (Tempoerklärung)
Ja
Mindestzeit wird berechnet: die Strecke wird vorher von gut konditionierten Pferden abgeritten, die von ihnen gebrauchte Zeit ergibt die Mindestzeit. Zu dieser Mindestzeit werden 10% hinzugerechnet, so ergibt sich die Höchstzeit. Die Reiter müssen sich innerhalb der Zeit bewegen. Ein Überschreiten der Mindestzeit und ein Unterschreiten der Höchstzeit führt zu Strafpunkten. Das geforderte Tempo liegt meistens im Bereich von Tempo 6 bis 7.
Keine
Führen während des Wettkampfes jeder Zeit erlaubt

verboten
ausgenommen bei Notfällen und auf den dafür vorgesehenen Strecken

jeder Zeit erlaubt
natürliche Hindernisse (Steilhänge, Wasserstellen...) selten, wenn explizit in der Ausschreibung vermerkt möglich bei längeren Ritten zwangsläufig Ja
Richter Nein Ja Nein
Tierärzte Ja Ja Nein
Vet-Checks auf der Strecke Ja Ja Nein
Bewertung des Reiter Nein Ja
Pferdepflege, freies Vortraben am langen, durchhängenden Führstrick, Reiterliches Können, Sattelung und Zäumung (Lage, Sauberkeit, Verschnallung), Sorgfalt auf dem Ritt (korrektes Anbinden, vorsichtiges Überholen, u.a.), Rittsicherheit und Fairneß, Unterbringung und Versorgung des Pferdes
Bewertung: nach Punkten
Nein
Bewertung des Pferdes Ja
äußeres Erscheinungsbild, Ritttauglichkeit
Bewertung: Qualifikation oder Disqualifikation
Ja
Kondition, Gesundheit, Bewegung, Manieren
Bewertung: nach Punkten
Nein
Die Bedeutung der Tempoangaben
T3 - T8 sind die Tempoangaben auf Wander- und Distanzritten. Die Umrechunung ist ganz einfach. Tempo 7 (T7) bedeutet z.B., dass man 7 Minuten pro Kilometer benötigt.
Tempo 3 333 m / Minute 20 km / Stunde Galopp
Tempo 4 250 m / Minute 15 km / Stunde schneller Trab / langsamer Galopp
Tempo 5 200 m / Minute 12 km / Stunde Trab
Tempo 6 167 m / Minute 10 km / Stunde Trab
Tempo 7 145 m / Minute 8,6 km / Stunde Schritt
Tempo 8 125 m / Minute 7,5 km / Stunde Schritt