Islandpferdedistanz

Was ist Distanzreiten?


Was ist Freizeit - Distanzreiten?

- Langstreckenüberwindung auf Zeit
- Tempo und Gangart wird vom Reiter selbst gewählt!
- ein Teamsport
- tierärztliche Untersuchungen vor, während und nach dem Ritt
- Null Toleranz bei Schäden am Pferd
- der Distanzritt kann auch ausschließlich im Schritt geritten werden!!!!!!!!!
- ein idealer Freizeitreitersport


Wer kann mitmachen?

- jeder der Lust hat. Ob nun Anfänger oder Fortgeschrittener Reiter, 10 Jahre
  alt oder 90 Jahre, Mann/Junge oder Frau/Mädchen, jeder kann daran teilnehmen. Die Altersbegrenzung für Pferde liegt bei   einem Mindestalter von 6 Jahren, nach oben hin gibt es keine Begrenzung.

Freizeit - Distanzreiten und Turnierreiten?


- das eine schließt das andere nicht aus. Durch die entspannte Haltung des   Pferdes beim Distanzreiten (meist am langen Zügel),   ist sogar bei einigen Pferden eine Verbesserung des Töltes zu beobachten, da sich Verspannungen lösen und die   Rückenmuskulatur aufgebaut wird.

Wie trainiert man?

- Tipps zum Training findet Ihr unter „Training“- da der Freizeit-Distanzritt auch nur im Schritt geritten werden könnte, wenn   man wollte, kann auch ein durchschnittlich trainiertes Islandpferd daran teilnehmen.

 

Distanzreiten bedeutet nichts anderes als ein Marathon zu Pferd reiten.
Eine Langstreckenüberwindung auf Zeit.
Ein Distanzritt findet immer im Rahmen des Tierschutes statt.
Mit Null Toleranz für Schäden am Pferd.
Distanzreiten ist ein Teamsport. Denn ohne ein gut funktionierendes Team, hat man auf keinem Distanzritt eine Chance. Außerdem trainiert man mit anderern Reitern zusammen und reitet auf einem Ritt auch immer (mal Phasenweise) mit wechselnden Partnern).
Beim Distanzreiten geht es darum, die Ressourcen seines Pferdes zu erkennen und diese Gewissenhaft auszubauen, zu steigern und zu verwalten. Hilfreiche Informationen und Tipps finden Sie unter Training.
Wichtig ist, die Kontrolle über sein Pferd zu haben und dieses ist nur möglich, wenn man mit seinem Pferd zusammen ein Team bildet. Man muss seinem Pferd auf einem Distanzritt 100% vertrauen können. Ansonsten geht Kraft verloren, an Machtkämpfe mit dem Pferd, die einen später den Sieg oder sogar den erfolgreichen Abschluss eines Distanzrittes kosten können. Wenn einen z.B. ein anderes Pferd während des Wettkampfes überholt, ist es wichtig, dass man sein Pferd soweit unter Kontrolle hat, dass es nicht durchgeht. Es kann ruhig schneller werden oder sich aufregen aber man sollte in der Lage sein, es schnell wieder zu beruhigen. Selbst wenn man noch momentan ein Pferd hat, welches gerne davonstürmt oder schwer zu zügeln ist, so sei an dieser Stelle erwähnt, dass Ihr Pferd sich während des Trainings verändert. Die meisten Pferde werden nach kontinuierlichem Training in solchen Situationen ruhiger bzw. kontrollierbarer.
Es bedeutet also nicht, wenn Sie jetzt ein Pferd mit starkem Vorwärtsdrang haben, dass Sie keine Chance auf Distanzritten haben. Trainieren Sie und lassen Sie sich von den Veränderungen und nicht nur den körperlichen, Ihres Pferdes verzaubern.

Zusammengefaßt:
> Marathon zu Pferd
> Langstreckenüberwindung auf Zeit
> Tempo und Gangart wird vom Reiter selbst gewählt
> Teamsport
> tierärztliche Untersuchungen vor, während und nach dem Ritt
> null Toleranz bei Schäden am Pferd

Die Tempoangaben T1 bei Distanzritten werden meistens mit T3 bis T8 angegeben. Erklärung der Tempoangaben.
Ablauf eines Distanzrittes
in der Kurzfassung für Details weiter unten lesen:
1. Ankunft   2. Aufbau des Paddocks   3. Versorgung des Pferdes   4. zur Meldestelle gehen   5. zur tierärztlichen Voruntersuchung 6. Rittbesprechung   7. Start   8. Pausenetappe—innerhalb von 20 Minuten nach Ankunft zur tierärtzlichen Untersuchung, während der Pause das Pferd versorgen   9. Ziel—innerhalb von 20 Minuten nach Zieleinritt zur tierärztlichen Untersuchung, bzw. Pulskontrolle   10. innerhalb von 2 Stunden (kann bei Ritten unterschiedlich sein, bitte auf Anweisungen des Tierarztes achten) zur tierärztlichen Nachuntersuchung   11. von Ritt zu Ritt verschieden—eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zur tierärztlichen Untersuchung für dieTransportfreigabe

Ablauf eines Distanzrittes
in der detaillierten Form:
Die Ankunft: Bei der Ankunft am Veranstaltungsort sollte man sich zuerst um einen Paddockplatz für sein Pferd kümmern. Bei jungen und unerfahrenen Pferden ist es ratsam den Paddock eher am Rande des Platzes aufzuschlagen. Sie sollten das Weidestücke, welches Sie als Paddock einzäunen noch einmal auf Giftpflanzen oder Erdwesepennester absuchen. So kann es keine bösen Überraschungen geben. Es ist eine Selbstverständlichkeit, den Platz so sauber zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Den Pferdemist können Sie als kleinen Misthaufen vor Ihrem abgezäunten Paddock sammeln. Nachdem Sie alles aufgebaut haben, sollten Sie Ihrem Pferd Heu und Wasser anbieten und es einwenig spazieren führen, damit sich eventuelle Steifheiten vom Transport lösen können. Dieses ist besonders vor der tierärztlichen Voruntersuchung erneut ratsam. Falls Sie schon einen oder mehrer Tage vor der Veranstaltung anreisen, können Sie auch mit Ihrem Pferd schon einmal das Gelände erforschen. Fragen Sie hierfür am besten immer den Veranstalter. Der hilft Ihnen gerne mit Karten oder ähnlichem. Überfordern Sie Ihr Pferd jedoch in den Tagen vor dem Ritt nicht und riskieren Sie keine Verletzungen. Das erste Kraftfutter sollte Ihr Pferd frühestens zwei Stunden nach dem Transport erhalten um Koliken zu vermeiden. Heu kann jeder Zeit gereicht werden.
Die Meldung: Sobald Sie Ihr Pferd versorgt haben, sollten Sie sich bei der Meldestelle einfinden. Dort werden Sie regestriert und erhalten alle Rittrelevanten Unterlagen. Dort zahlen Sie dann auch das Startgeld. Bzw. Können Um- und Nachnennungen vornehmen. Sie erhalten auch den Zeitplan und erhalten u.a. Ihre Check - Karte. Diese gilt als Nachweis des Rittes, weshalb Sie sie bei allen Tierarztuntersuchungen, sowie auf der Strecke immer mit sich führen müssen. Der Verlust Ihrer Check-Karte bedeutet für Sie das Aus. Sie können den Ritt zwar zu Ende reiten, kommen aber nicht in die Wertung und der Ritt gilt nicht als erfolgreich beendet. Hüten Sie also Ihre Check-Kart, wie Ihren Augapfel!! Falls Sie trotz einer Rittnennung (also einer Anmeldung) nicht teilnehmen können, sollten Sie dem Veranstalter absagen. Nur so kann dieser seinen Ritt planen. Außerdem können bei einer Teilnehmerbegrenzung andere Reiter nachrücken. Es ist also ein Zeichen der Fairness.
Falls Sie zwischen der Meldung und der Tierarztuntersuchung noch Zeit haben, übertragen Sie die Strecke in Ihre Landkarte. Oder falls Sie schon eingetragen ist, highlighten Sie diese mit einem Leuchtstift.
Die tierärztlich Voruntersuchung: Putzen Sie Ihr Pferd gründlich (auch den Schweif und die Mähne entfransen) vor der tierärztlichen Kontrolle und führen Sie es vorher warm. Der Gesamteindruck Ihres Pferdes ist sehr wichtig! Der Tierarzt untersucht erst den Gesamteindruck Ihres Pferdes. Falls der Tierarzt die Gesamtverfassung Ihres Pferdes als “schlecht” bezeichnet, müssen Sie dieses so hinnehmen. Ein Pferd in einer schlechten Verfassung, egal aufgrund welcher Ursachen, hat auf einem Distanzritt nichts zu suchen. Als nächstes begutachtet der Tierarzt die Sattellage, Muskulatur, Beine und Schleimhäute. Danach geht es weiter mit der Dehydrations (Austrocknung) - Kontrolle, Verdauungsorganen, Puls und die Bewegung. Das korrekte Präsentieren des Pferdes sollte man bereits zu Hause geübt haben.
Der Start: Der Start kann entweder als Massenstart oder in Etappen als Gruppenstart vom Veranstalter durchgeführt werden. Man kann sein Pferd am Anfang auch führen, sollte aber in Betracht ziehen, dass man eventuell Probleme haben könnte wieder aufzusteigen. Lassen Sie sich aber von anderern nicht verunsichern. Sie selbst entscheiden, wie Sie starten. Wenn Sie 1 km lang Ihr Pferd führen wollen, dann ist das Ihr gutes Recht. Sie entscheiden Ihr Tempo selbst!
Vet-Check(Stop ohne Pause): Auf der Strecke gibt es mindestens eine Pulskontrolle (die Anzahl der Vet-Checks hängt von der länge der Strecke ab). Bei allen Rittunterbrechungen geben Sie beim Einreiten Ihre Check-Karte an die Zeitnehmer oder die Schreiber des Tierarztes ab und erhalten sie meist erst beim Verlassen des Stops wieder. Der Puls Ihres Pferdes muss innerhalb von 20 Minuten auf 64 Schläge pro Minute gesunken sein. Ansonsten erfolgt die Disqualifikation. Sobald Ihre Pferd einen 64er Puls hat, können Sie weiter reiten. Reiten Sie also mit einem Puls unter 64 ein, können Sie nach der Pulskontrolle (bei der Sie nicht absatteln müssen) sofort weiter.
Vet-Gate (Stop mit Pause): Die Anzahl und die Länge der Pausen variiert je nach Gesamtstreckenlänge und der bereits gerittenen Kilometer zwischen etwa 25 und 60 Minuten. Beim Erreichen des Stops wird die Eingangszeit und der Eingangspuls festgehalten. Zur Versorgung des Pferdes hat der Reiter nun 20 Minuten Zeit, dann erfolgt die eigentliche Tierarztuntersuchung. Satteln Sie hr Pferd ab. Kühlen Sie die Beine und den Hals (je nach Wetterlage und Temperatur). Bieten Sie ihm etwas zu Trinken und eventuell Heu an. Legen Sie eine Decke auf! Insbesondere über die Kruppe. Sobald Ihr Pferd, Ihres Wissens nach, einen 64er Puls hat (und sei es 1 Minute nach Ankunft), gehen Sie zur Tierärztlichen Untersuchung, der Nachmessung. Liegen bei der zweiten Messung, die als Nachmessung geläufig ist, die Pulswerte nach 20 Minuten immernoch über 64 Schläge pro Minute, erfolgt der Ausschluß des Pferdes. Diese Erholwerte zeigen nämlich die tatsächliche Regeneration des Pferdes. Beobachten Sie vor dem Gang zum Tierarzt auch Ihre Umgebung und wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt, Ihr Pferd messen zu lassen. Verlassen just in diesem Moment alle anderen Pferde wieder den Stop, so ist es naheliegend, dass sich Ihr Pferd aufregen wird und die Pulswerte plötzlich in die Höhe schnellen. Wenn Ihr Pferd in der Nachmessung einen Puls von 64 oder tiefer hat, beginnt Ihre Pause.
Trot-By: Auf einigen Ritten gibt es Trot-By kontrollen. Bei einem Trot-By kontrolliert der Tierarzt die vorbeitrabenden Pferde lediglich auf Unregelmäßigkeiten im Gang, ohne den Ritt zu unterbrechen. Dies kann an der Hand oder unter dem Sattel geschehen.
Kontrollpunkte: Kontrollpunkte sind Streckenposten, die weder eine Rittunterbrechung noch eine Tierarztkontrolle beinhalten. Sie dienen lediglich zu Kontrolle, ob die Strecke eingehalten wird und niemand sich verritten hat. An diesem Punkt reicht es meistens, wenn Sie den Helfern Ihre Startnummer zurufen.
Ziel: Im Ziel werden wieder Ihre Pulswerte und die Zeit festgehalten. Innerhalb von 20 Minuten muss Ihr Pferd wieder einen 64er Puls erreicht haben. Auch die Verfassung Ihres Pferdes wird überprüft.
Nachuntersuchung: Diese Untersuchung ist wohl die Wichtigest. Trotz guter Pulswerte und erbrachter Leistung, können Sie und Ihr Pferd noch aus der Wertung genommen werden. Maßgebliches Kriterum ist die Reittauglichkeit Ihres Pferdes. Die häufigste Ausfallursache ist Lahmheit. Bei allen anderen Problemen, wie z.B. einer empfindlichen Sattellage, liegt es im Ermessen des Tierarztes, ob er Ihr Pferd als reittauglich erklärt. Präsentieren Sie Ihr Pferd in der bestmöglichen Verfassung. Ein kleiner Muskelkater oder leichte Verspannungen (die als Lahmheit gedeutet werden könnten) können sich zum Beispiel durch das Warmführen des Pferdes von selbst lösen. Diese, meist nur 10 minütige Nachuntersuchung entscheidet darüber, ob sich Ihr schweißtreibender Aufwand tatsächlich gelohnt hat!
Transportfreigabe: Alle Pferde müssen hier noch einmal dem Tierarzt vorgestellt werden. Auch diejenigen, welche aus der Wertung genommen wurden. Auf langen Ritten ist es üblich, dass im Rahmen der Nachuntersuchung oder der Untersuchung am Folgetag über die Transportfreigabe entschieden wird. Falls eine solche Untersuchung nicht angesetzt ist, sollten Sie, bevor Sie den Veranstaltungsort verlassen, immer den Tierarzt fragen, ob er Bedenken bezüglich eines Transportes hat.

Die Bedeutung der Tempoangaben
T3 - T8 sind die Tempoangaben auf Wander- und Distanzritten. Die Umrechunung ist ganz einfach. Tempo 7 (T7) bedeutet z.B., dass man 7 Minuten pro Kilometer benötigt.
Tempo 3 333 m / Minute 20 km / Stunde  
Tempo 4 250 m / Minute 15 km / Stunde
Tempo 5 200 m / Minute 12 km / Stunde
Tempo 6 167 m / Minute 10 km / Stunde
Tempo 7 145 m / Minute 8,6 km / Stunde
Tempo 8 125 m / Minute 7,5 km / Stunde