
Wir empfehlen im Entlastungssitz zu reiten.
(Abb. Feldmann)
Beim Entlastungssitz behalten die Bügel ihre normale Länge. Der Reiter geht mit dem Oberkörper leicht nach vorne und nimmt dabei das Gewicht leicht aus dem Sattel, ist aber mit dem Gesäß nur wenige Millimeter über dem Sattel. Man schwebt sozusagen über dem Sattel und hat minimalen Kontakt. Die Beine werden relativ gestreckt gehalten. Das Pferd wird durch den Entlastungssitz sehr viel weniger belastet als durch den Vollsitz.
Trainieren kann man in jeder Gangart, wobei Trab die ökonomischste ist. Falls Sie einen Naturtölter besitzen, der kraftsparender Tölten kann, als Traben, dann sollten Sie viel im Tölt reiten. Um ganz sicher zu gehen, welche Gangart für Ihr Pferd die "sparsamste" ist, sollten Sie eine Pulsuhr für Ihr Pferd benutzen. So können Sie genau wissen, wie hoch der Puls Ihres Pferdes während welcher Gangart ist. Notwendig ist eine Pulsuhr allerdings nicht. Nur wenn man den Sport als Leistungssport betreiben möchte.
Den Konditionszustand Ihres Pferdes können Sie aber auch mit einem Stethoskop ermitteln. Wichtig ist nämlich, wie schnell sich der Puls wieder erholt. Daran erkennt man die Kondition eines Pferdes. Unter unten anstehendem Link, können Sie solch eine Pulsuhr und ein Stethoskop näher betrachten.
Nicht zu vergessen ist die Dressurarbeit! Jeder "Leistungssportler" braucht eine Ausgleichssportart. Die Gymnastisierung des Pferdes durch Dressurarbeit ist unabdingbar!
Sie sollten sich ein Trainingstagebuch anlegen, so können Sie auch rückwirkend erkennen, wie sich die Leistung Ihres Pferdes gesteigert hat. Was für Daten in solch ein Trainingstagebuch gehören und wie man es führt finden Sie hier.
Die Leistungsfähigkeit eines jeden Pferdes ist, wie beim Menschen, von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Bevor man mit dem Training anfängt sollte man sich sein Pferd genau ansehen und den Allgemeinzustand bestimmen. Ein guter Allgemeinzustand stellt sich wie folgt da: das Pferd hat einen gesunden Appetit, fester Kot, Spaß an der Arbeit, glänzendes Fell, klare Beine und Gänge.
Das Training kann grob in 4 Phasen aufgeteilt werden:
1. Phase: Mineralisierung
Das Pferd sollte an Belastungen herangeführt werden. Falls das Pferd z.B. lange Zeit nur auf der Weide stand oder im Stall, sollten die ersten Ritte ausschließlich im Schritt erfolgen. Die Dressurarbeit ist in dieser Phase sehr wichtig. Sie sollten Ihr Pferd Gymnastizieren und Geraderichten. Mit der Dressurarbeit stellen Sie auch Kommunikationswege und Gehorsam für die späteren Ausritte und das Training her.
2. Phase: Aufbautraining
In dieser Phase sollten Sie Ihr Pferd an das durchgängige, gleichmäßige "Joggen" gewöhnen.
Das liegt meist zwischen T5 und T6. An einigen Tagen ist ein kurzes Intervalltraining zur Stärkung der Muskulatur eine willkommende Abwechslung.
3. Phase: Ausdauertraining
In dieser Phase sollte man schon 2-4 unterschiedlich lange Trainingsstrecken (Referenzstrecken) haben. Die länge dieser Strecken hängt vom Ziel und verfügbaren Gelände ab. Für einen 30 km Ritt wären es z.B. 3 km, 8 km und 16 km lange Strecken. Optimal ist es, wenn die wöchentlich gerittenen Kilometer zusammen gerechnet so hoch sind (oder etwas höher, wäre ideal), wie die zu reitende Wettkampfstrecke lang ist. Beispiel: Training Mo 8 km, Mi 8 km und Samstag 16 km = 32 km oder Mi 15 km, Sa 20 km. Je länger man trainiert, desto weniger Zeit benötigt man für diese Strecken, durch die immer kürzer werdenden Schrittphasen.
4. Phase: Abschlusstraining
7 Tage vor dem Distanzritt sollten Sie ein letztes Mal Ihre längste Referenzstrecke reiten. Danach muss eine deutliche Trainingsreduzierung erfolgen. Nur noch leichtes Training. Ihr Pferd soll seine Kondition nun nicht mehr steigern, es reicht Sie durch kurze entspannte Ritte zu halten. Ein Tag vor der Abreise bzw. vor der Veranstaltung ist ein Ruhetag für Ihr Pferd sehr wichtig. (Bei Pferden die ausschliesslich in einer Box gehalten werden, bitte die Pferde leicht im Schritt trainieren.)
Der Puls (die Herzfrequenz) erlaubt eine klare Beurteilung der Beanspruchung des Pferdes. Er ist eine einfach zu erfassende Messgröße zur Diagnose über den Zustand des gesamten Herz-Kreislauf-Systems. Durch regelmäßiges messen des Pulses kann ein Leistungszuwachs oder aber auch die Erkrankungen des Pferdes erkannt werden. Beim Puls unterscheidet man generell zwischen dem Ruhe-, Start-, Belastungs- und Maximalpuls. Die Herzfrequenz eines Pferdes unterliegt aber auch äußeren Faktoren, wie Alter, Tages- und Jahreszeit, Klima, psychische Verfassung und Reaktionsbereitschaft, Gesundheits- und Trainingszustand, sowie Rasse und Geschlecht.
Als Ruhepuls bezeichnet man die Anzahl der Herzschläge pro Minute, welche ein Pferd unter Ruhebedingungen macht. Am besten frei von Störungen aus der Umwelt. Der Ruhepuls kann ein Indiz dafür sein, wie Ihr Pferd sich fühlt. Wenn also der Ruhepuls Ihres Pferdes Normalerweise bei 38 Schlägen pro Minute liegt und er an einem Morgen (ohne Einfluss von Außen) bei 50 oder 55 Schlägen pro Minute liegt, könnte es bedeuten, dass Ihr Pferd sich noch nicht wieder erholt hat oder eine Erkrankung vorliegt.
Als Startpuls versteht man die Herzfrequenz, welche das Pferd aufgesattelt und kurz vor dem losreiten hat. Sie können auch nur einen Startdurchschnittspuls (anstelle des Ruhepulses) ermitteln. Allerdings ist es schwieriger dort jedes mal die selben Bedingungen zu schaffen.
Der Belastungspuls spiegelt die Herzfrequenz während der Belastung des Pferdes wieder. Hier unterteilt man die Belastung in die vom Pferd am häufig genutzten Gangarten. Beim Islandpferd wäre das z.B. Schritt, Trab, schneller Trab, Tölt, (eventuell auch dort Tempounterschiede, falls das Pferd sie anbietet), Galopp und Renngalopp. (Den Pass erwähne ich hier absichtlich nicht extra, da nur wenige Islandpferde ihn anbieten.)
Der Maximalpuls ist die Herzfrequenz, welche Ihr Pferd nach 20 bis 60 Sekunden unter Höchstbelastung hat. Die maximale Herzfrequenz ist bei jedem Pferd anders und genetisch festgesetzt. Sie kann auch durch Training nicht nach oben hin verschoben werden. Da für ein gesundes Pferd solch ein maximal Pulstest ungefährlich ist, sollten Sie Ihren Tierarzt noch einmal vor dem Test konsultieren um zu klären, ob Ihr Pferd auch tatsächlich gesund ist. Vor dem Maximalbelastungstest sollten Sie folgenden Parameter berücksichtigen: Die letzte Fütterung sollte zwei bis drei Stunden zurückliegen. Das Pferd muss sich in einem ausgeruhten Zustand befinden. Ein Ruhetag vorher ist ratsam. Vor der Maximalbelastung ist das Auf- und Abwärmen des Pferdes unerlässlich. Wichtig sind gute Bodenbedingungen, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
Durchschnittswerte für den Puls bei Pferden |
| |
Geschwindigkeit |
Herzfrequenz |
| Belastungsart |
m/s |
m/min |
km/h |
Schläge/min |
| Ruhe |
0 |
0 |
0 |
30-50 |
| Vorstart |
0 |
0 |
0 |
65-100+ |
| Schritt |
1-2 |
125 |
6-8 |
50-90 |
| Trab |
3-4 |
250 |
10-15 |
80-125 |
| schneller Trab |
4-5 |
300 |
15-18 |
100-160 |
| Galopp |
6-9 |
500 |
24-32 |
160-200 |
| Renngalopp |
13+ |
600+ |
36-48+ |
205-240+ |
Ermittlung des individuellen Ruhepulses seines Pferdes: Messen Sie fünf Tage, zur selben Uhrzeit (am besten unter den gleichen Bedingungen), lang den Ruhepuls (am besten noch auf der Weide, dann ist er fast unverfälscht) und berechnen dann den Durchschnittswert. Beispiel: Mo/40 + Di/35 + Mi/39 + Do/36 + So/38 = 188 : 5 = 37,6. Also hat das Pferd einen Ruhepuls von 38 Schlägen pro Minute. Dieser Referenzwert darf aber nur gelten, wenn Ihr Pferd frei von Erkrankungen, Verletzungen und ausgeruht ist.
Ermittlung des Startpulses: siehe Ermittlung Ruhepuls
Ermittlung der maximalen Herzfrequenz: Den genausten Wert erzielen Sie, wenn Sie diesen Test an 5 Tagen machen (nicht hintereinander!), idealer Weise zu selben Bedingungen (Boden, Uhrzeit..). Aus diesen gewonnen Daten können Sie dann wieder den Durchschnittswert ermitteln (siehe Ruhepuls). Der Test: Entweder ein Sprint in maximaler Geschwindigkeit über 1000 Meter oder ein Hügellauf über 60 Sekunden. Da nur Ihre „Testperson“ weiß, ob Sie gerade alles gibt oder noch schneller könnte, ist es günstiger einen „Rennen“ zwischen 2 oder mehr Pferden zu machen. Wichtig ist im entdefekt, dass Ihr Pferd über 60 Sekunden lang in seiner Höchstleistung galoppiert. Denn erst dann haben Sie während dieser 60 Sekunden Maximalbelastung seinen individuellen Maximalpuls erfasst.
Individuelle Trainingszonen nach Herzfrequenz (HF) (als Beispiel ausgehend von einem 230 Maximalpuls) |
| Zone |
Bezeichnung |
Einstufung |
Hauptzweck |
Stoffwechsel |
%
der HF |
HF/min für
Ihr Pferd |
Aktivität
|
Z1 |
Erholung |
sehr leicht |
Erholung, Gesundheit |
aerob |
50-60 % |
115-138 |
Schritt, Trab |
Z2 |
leichte Bewegung |
leicht |
Fitneß |
aerob |
60-70 % |
139-161 |
Trab |
Z3 |
Gleichbleibende Phase |
mittel bis angestrengt |
Leistung |
überw. aerob |
70-80 % |
162-184 |
ruh. Galopp |
Z4 |
anaerobe Schwelle |
angestrengt |
Leistungssteigerung |
Mischung von aerob + anaerob |
80-90% |
185-207 |
Galopp |
Z5 |
max. Kapazität |
sehr angestrengt |
Wettkampf- (Top-) Form |
kaum aerob
höchst anaerob |
90-100% |
208-230 |
Renngalopp |