Die Ausrüstungen, welche hier erwähnt werden stellen das Optimum da. Man kann einen Distanzritt, überspitzt dargestellt, auch ohne Sattel und Trense reiten. Für den Einstieg oder kürzere Ritte (15 km - 60 km) reicht auch die Ausrüstung, die Sie zur Zeit benutzen.
Der Sattel: Oberste Priorität hat die optimale Paßform des Sattels für das Pferd und auch für den Reiter. Denn was bringt es Ihnen, wenn Sie nach 3 Stunden im Sattel nicht stehen oder sitzen können. Gerade ein schmerzbedingter, falscher Sitz kann sich wiederum negativ auf die Gesundheit Ihres Pferdes auswirken. Beim Sattel sollten Sie darauf achten, dass die Kammer nicht zu eng ist und der Sattel nicht zu lang. Denn ein langer Sattel (oder auch lange Trachten) könnte im Lenden und in die empfindlichen Nierenpartie drücken. Die Winkelung der Trachten muß mit der des Rückens übereinstimmen, um eine gleichmäßige Druckverteilung zu gewährleisten.
Die Satteldecke: Sie sollte waschbar sein, sowie schnell trocknen. Harte Kanten sollte sie auch nicht besitzen um Druckstellen zu vermeiden. Stoßdämpfende Einlagen sind ratsam, allerdings dürfen diese Pads keine stufenartigen Absätze haben. Lassen Sie sich durch eine flauschige Optik nicht über die Stärke der Decke hinwegtäuschen. Diese kann man vor allem durch das Zusammendrücken des Materials feststellen.
Die Zäumung: Sie sollten eine Zäumung wählen, mit der Sie Ihr Pferd unter Kontrolle haben. Auch sonst ruhige Pferde, können auf einem Distanzritt einen enormen Vorwärtsdrang entwickeln, wenn andere Pferde es von hinten überholen. Man darf die Zäumung während eines Rittes wechseln, so können Sie zum Beispiel, wenn Ihr Pferd später wieder ruhiger ist, auf eine mildere Zäumung umsteigen. Wenn möglich sollten Sie auf ein Sperrhalfter verzichten oder es nur sehr locker verschnallen. Es könnte Ihr Pferd bei der Atmung behindern und stört beim Fressen. Auf einigen Distanzritten sind z.B. hannoveranische Reithalfter nicht erlaubt. Immer genau die Ausschreibung lesen, damit es am Veranstaltungstag keine bösen Überraschungen gibt.
Beschlag: Unbedingt auf richtigen Beschlag achten. Der Beschlag muss den Anforderungen entsprechend angepasst sein. Am besten sprechen Sie direkt mit Ihrem Schmied.
Der Beschlag sollte am Tag der Veranstaltung mindestens eine Woche alt sein! Ansonsten kann dieses u.a. zu Lahmheit führen.
Das Zubehör:
> Steigbügel mit breitem Tritt, lassen die Fußsohlen und Beinmuskulatur nicht so schnell ermüden
> Hilfsmittel wie Schweifriemen, V-Vordergurt, dürfen in der Regel auf jedem Ritt benutzt werden
> Abschwitz- oder Fliegendecke: unumlässlich für die Pausen
> Gamaschen und Bandagen: sind mit Vorsicht zu genießen. Die Verletzungsgefahr zum Streichen neigender Pferde erhöht sich zwar mit der Ermüdung des Pferdes aber ein Schutz der Beine bei Dauerbelastung sollte man mit Vorsicht genießen. Häufig erreicht man den gegenteiligen Effekt, nämlich Scheuerstellen durch eingedrungenen Sand oder abgedrückte Blutgefäße.
> Schwämme: sie sind ein unerlässliches Utensil zur Kühlung des Pferdes. Sie sollten immer einen mit am Pferd haben.
Ihr Trosser hingegen braucht weit aus mehr.
> Pulsuhr / Stetoskop: wichtig zur Pulsbestimmung. Die Pulsuhr hat den Vorteil, dass Sie auch während des Reitens den
Puls immer im Auge haben. Denn solbald Sie anhalten und mit dem Stetoskop den Puls messen, hat er sich meist schon wieder drastisch verändert.
> Hufkratzer: Es ist ratsam einen Hufkratzter auch während des Rittes mit sich zu führen.
Der Reiter: Auch Ihre Ausrüstung sollte sorgfältig ausgewählt werden. Sie können die Distanzritte in der Kleidung reiten, welche für Sie am bequemsten ist. Während des Trainings werden Sie schnell feststellen, welche Kleidung scheuert oder unbequem ist. Das fängt meist schon bei der Unterwäsche an. Die Kleidung sollte auch nach einem unerwarteten Regenschauer schnell wieder trocken sein. Das Schuhwerk ist Ihnen, zumindest auf den meisten Ritten, selbst überlassen. Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe nicht scheuern und bequem sitzen. Ab und zu erfordert es die Strecke oder der Puls des Pferdes, dass man absteigt und führt.
Die Liste, die nun folgt ist eine ausführliche Checkliste mit allen Dingen, die Sie auf einen Distanzritt mitbringen sollten. Je nach Länge der Strecke und die Dauer der Veranstaltung ist abzuwägen, was man wirklich braucht. Doch was man dabei hat, kann einem später nicht fehlen. Für einen klassischen Distanzritt, bei dem man mit dem eigenen Trosser kommen muss benötigt man:
Für die Übernachtung des Pferdes: > E-Zaun-Stangen, > E-Zaun-Gerät, > E-Band, > Gummihammer zum Einschlagen der Stangen auf hartem Boden, > Heringe und Spannbänder, > Mistboy
Für Ihre Übernachtung: > Zelt (wenn nicht im Auto oder Hänger geschlafen wird), > Schlafsack, > Luftmatraze, > Decken, > Kocher mit voller Kartusche, > Geschirr und Besteck, > Feuerzeug, > Kühltasche, > Lebensmittel
Reitausrüstung fürs Pferd: > Sattel, > Zaumzeug und Ersatz, > Satteldecke und Ersatz, > Stallhalfter mit Strick,
> Ersatzbügelriemen, > Ersatzgurt, > eventuell Schweifriemen
Am Sattel / Auf dem Pferd: > Schwamm mit langem Band, > Taschenmesser, > Hufkratzer, > Handy, > Kartentasche mit Streckenkarte (vom Veranstalter) und Stift, > eventuell Pulsmeßgerät
Für die Versorgung des Pferdes: > Mehrere Abschwitzdecken, > Regendecke, > Fliegendecke (im Sommer) und Fliegenschutz, > Putzzeug, > Futtereimer, > 2-5 Tränk- und Wascheimer, > Schwämme, > Schweißmesser,
> Handtücher, > Mehrere Wasserkanister ( am besten 10-20 l - Kanister, die kann man voll auch noch tragen. Die Anzahl hängt von der Rittlänge, und der Witterung ab. Je wärmer es ist, desto mehr Wasser werden Sie benötigen.)
> Beschlagswerkzeug komplett, > Fertiger Ersatzbeschlag mit Nägeln, > 8 Bandagen und Polsterungen, > evtl. Kühlgamaschen
Futtermittel, an die Ihr Pferd gewöhnt ist: > Heu / Silage, > Stroh, > Kraftfutter für die Mahlzeiten und für unterwegs auf dem Ritt, > Zusatzfuttermittel, > Elektrolyte, > Möhren, Äpfel, > kleines Stück Salzleckstein
Ihre Reitkleidung: > Reithelm oder Hut, je nach Vorschrift und Bedarf, > Reithose + Ersatz, > Schuhe + Ersatz, > Jacke + Ersatz, > Regenmantel, - jacke oder -cape
Sonstiges: > Textmaker und Stifte zum Karteneinzeichnen, > Taschlampe und Batterien, > Pulsuhr und Stethoskop, > Thermometer, > Uhren, > Kartenmaterial für Trosser, > evtl. Sonneschutcreme, > Insektenschut für den Menschen,
> Erste-Hilfe-Ausrüstung mit Medikamenten, auch für Ihr Pferd. Sprechen Sie allerdings jede Medikamenten einnahme Ihres Pferdes mit den zuständigen Tierärzten ab! > Gerte